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Giuseppe mit Verlegerin bei der Buchvorstellung im Historischen Museum Frankfurt
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Printausgabe vom 08.04.2008
Ein Platz für ältere Migranten

Frankfurt. Vor sieben Jahren wurde es erstmals geplant: ein Seniorenheim für Migranten. Gestern hat der Caritasverband der Kommunalen Ausländervertretung (KAV) nun das Projekt vorgestellt. Baubeginn auf dem Gelände der katholischen Gemeinde Mutter vom guten Rat (Niederrad) ist noch in diesem Jahr, Ende 2009 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

„Wir kämpfen schon sehr lange Dafür“, sagt Giuseppe Bruno, einer der Ideengeber für das Projekt. Schon Ende 2001 sollte im Pflegeheim St. Josef, das damals noch von der katholischen Gemeinde betrieben wurde, die Idee umgesetzt werden. Mittlerweile hat die Caritas das Haus übernommen. Federführend bei der Umsetzung ist Bernd Kraus, Abteilungsleiter der Alten- und Krankenhilfe beim Caritasverband.

Zielgruppe sind Italiener, Spanier und Portugiesen. „Das ist die erste Gastarbeiter-Generation“, begründet Kraus. Wie viel tatsächlich in Frankfurt betroffen sind und solch ein Angebot nutzen wollen, ist nicht bekannt. Aus Gesprächen mit Migranten ist der Bedarf zwar bekannt, konkrete Zahlen kann jedoch niemand nennen. Zudem weiß auch keiner, wie ältere Migranten auf das Thema Pflege reagieren.

„Wir lassen uns auf ein Wagnis ein.“ Kraus kennt die Unsicherheitsfaktoren. Es ist vor allem ein wirtschaftliches Risiko, weil die Caritas sich „am Markt orientieren“ muss. „Wir sind von einem Wohlfahrtsverband zu einem Dienstleister geworden.“ Um das Risiko überschaubar zu machen, soll das Haus gemischt besetzt werden. Zumal es bereits deutsche Senioren gibt, die im derzeitigen St.-Josefs-Heim untergebracht sind, das 33 Plätze bietet. Das Haus wird nach Fertigstellung des neuen Heims abgerissen und macht Platz für betreutes Wohnen.

Der Neubau in H-Form ist ausgelegt für 48 Bewohner, die in vier Gruppen zu je zwölf Plätzen aufgeteilt werden. Die Anzahl der Bewohner in den Gruppen ist bewusst klein gehalten, damit Kontakte leichter entstehen. Die Wohngruppen sind im ersten und zweiten Stock untergebracht. Ein großer Aufenthaltsraum und eine große Wohnküche sollen als Treffpunkte für die Bewohner dienen. In der Küche kann gemeinsam gekocht werden. „Wir wollen, dass die Menschen so viel wie möglich selbst machen“, sagt Kraus. Das steigere das Selbstwertgefühl der Älteren. Gute Erfahrungen damit hat die Caritas bereits im Altenheim Santa Teresa in Hausen gesammelt.

Das Erdgeschoss wird bestimmt von multi-funktionalen Räumlichkeiten. Neben dem notwendigen Verwaltungstrakt steht ein großer Raum für Kontakte mit Gruppen aus dem Stadtteil zur Verfügung. „Wir wollen Leben ins Haus bringen.“ Daher wird auch mit dem benachbarten Kindergarten kooperiert. Zudem kann der Kirchplatz mit genutzt werden. Eine Kapelle schließt das Raumprogramm ab. Zusätzlich sollen noch Praxisräume vermietet werden. Entweder an einen Arzt oder Physiotherapeuten.

Auch an das Personal stellt die Caritas hohe Ansprüche. Da die Menschen aus verschiedenen Ländern kommen, „muss das Pflegepersonal mindestens zweisprachig sein“. Allerdings weiß auch Kraus, dass der Markt derzeit schwierig ist, gutes Pflegepersonal ist knapp. Vielleicht muss der Verband dort doch noch Abstriche machen. (sö)